Wer regelmäßig mit Jugendlichen arbeitet, stellt irgendwann fest, dass Regeln erstaunlich selten der Grund für echte Entwicklung sind.
Natürlich braucht jede Gemeinschaft Regeln. Schulen brauchen sie. Familien brauchen sie. Ohne entsteht Chaos. Doch wenn man sich ehrlich fragt, welche Menschen uns geprägt haben, welche Begegnungen geblieben sind und welche Erfahrungen unseren Weg beeinflusst haben, tauchen selten Regeln in diesen Erinnerungen auf.
Menschen erinnern sich an Personen.
Ein Kind kann nicht sagen:
„Mein Nervensystem ist überlastet.“
Es zeigt es anders.
Durch Wut.
Durch Rückzug.
Durch Konzentrationsprobleme.
Durch Bauchweh.
Durch „nicht still sitzen können“.
Oder durch dieses stille Funktionieren, das Erwachsene oft mit Stärke verwechseln.